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Startseite Webmasters AkademieBlog Zweiter Tag auf der Seacon 2010

Zweiter Tag auf der Seacon 2010 Marco Emrich

von Marco Emrich in Aktuelles
am Freitag, 02. Juli 2010 um 12:01
Tags: Ruby , Programmierung , Konferenz , Rails , Seacon

Zweiter Tag auf der Seacon

Dies ist der 2. Blogeintrag zu meinem Erlebnisbericht der Seacon. Hier finden Sie den 1. Teil.

Der zweite Tag begann wieder mit hanseatischer Pünklichkeit. Dieses mal um 9.00. Den Auftakt bildete das Team der XING AG, das live eine reale Retrospektive aus Ihrem Entwicklungsprozess demonstrierte. Etwas ungewöhnlich, war sicherlich die Tatsache, dass das Anschauen eines unterhaltsamen Kurzfilmes fester Bestandteil der Retrospektive ist. Insgesamt hatte ich den Eindruck, einem gut eingespielten und effektiv arbeitenden Team zuzusehen.

Im nächsten Vortrag stellte Stefan Tilkoff und sein Team der innoQ GmbH die Konzepte von externen und internen DSL's gegenüber. Eindrucksvoll demonstrierten die drei anhand von Code-Beispielen, worin die Stärken der internen DSL's bestehen. Die Auswahl der Sprachen Ruby und Clojure unterstrich dabei den modernen, zeitgemäßen Charakter des Vortrags.

OpenSpace

Beim nächsten OpenSpace, entschied ich mich für die Arbeitsgruppe "Wie sieht dein Whiteboard aus?". Es ging dem Initiator darum, verschiedene Varianten von Entwicklungsprozessen und deren Visualisierung auf dem Whiteboard zu vergleichen. Heiß diskutiert wurden auch die Vor- und Nachteile elektronischer Lösungen.

Der Vortrag zur Testautomatisierung von GUI's half dabei Vorurteile gegenüber Capture-Replay-Werkzeugen abzubauen. Reginald Stadlbauer demonstrierte dabei live anhand des hauseigenen Testtools, wie sich die typischen Fehler der Vergangenheit vermeiden lassen.

Keynote

Nach der Kurzvorstellung von vier ausgewählten OpenSpace-Gruppen, folgte die Keynote von Martin Kolbe, dem CIO der Kühne + Nagel International AG. Kühne + Nagel ist mit seinen 55000 Mitarbeitern der weltweit führende Anbieter für die Logistik von Seefrachtcontainern. Er berichtete über die Entwicklung einer Monitoring-Software für weltweite Supply Chains. Keine einfache Aufgabe, muss die Software doch in vielen Standorten eingesetzt werden, die über 100 Länder verteilt sind. Der Vortrag selbst entpuppte sich zwar als recht monoton vorgetragene Power-Point-Präsentation, war aber dennoch inhaltlich recht interessant.

Mein Vortrag

Endlich war es so weit. Mein eigener Vortrag "5 Jahre Ruby on Rails" in der webmasters akademie traf auf ein kleines aber hochmotiviertes Publikum. Im Vorfeld hatten bereits einige Konferenzteilnehmer ihr Interesse an dem Vortrag bekundet. Aber leider auch, dass sie keine Möglichkeit zur Teilnahme hätten, da sie sonst ihre Reisemöglichkeiten verpassen würden. Sicherlich war es nicht gerade vorteilhaft den letzen Zeitslot auf der Konferenz zu belegen. Sei's drum - für die ca. zehn Anwesenden bot sich so eine angenehme familiäre Atmosphäre, die es erlaubte bereits während des Vortrags in regen Dialog zu treten.
Zu Beginn wollte ich wissen, wer aus dem Publikum Webentwicklung betreibt und mit welchen Technologien. Hier die nicht gerade aussagekräftige Statistik:

 2 x Java / J2EE
 1 x Oracle Forms
 1 x Ruby & Perl

Insgesamt schaffte ich es irgendwie, die 45 Minuten Vortragszeit einzuhalten. Das Seacon-Team war schon am abbauen und musste frühzeitig los. Nachdem sich Herr Reuter dann bei uns verabschiedet hatte, hatten wir aber noch genügend Zeit um in Ruhe die Diskussionsfäden zu Ende zu spinnen. Eine sehr interessante Anregung kam von Karin Basel (XING), die uns empfahl eine Ruby-User-Group in Nürnberg zu gründen. Wenn es die Zeit erlaubt, werden wir das Thema demnächst mal angehen...

Fazit

Wie immer haben sich in den vielen Gesprächen und Vorträgen auch einige Trends herausgebildet. So hatte ich den Eindruck, dass die agilen Vorgehensmodelle nun auch den Mainstream erreicht haben. Scrum ist sicherlich der De-facto-Standard geworden. Neue Konzepte wie Kanban gewinnen langsam an Bedeutung. Mit unserem klassischen Extreme Programming-Prozess gehören wir schon fast zum alten Eisen :)

Die Erkenntnis, dass Menschen für den Erfolg wichtiger sind als Technologien, schien auch nicht mehr umstritten zu sein.

Bei den Programmiersprachen gab es kaum Überraschungen. Nach wie vor dominiert die Java-Welt. Neuere agile Sprachen, wie Scala, Ruby, Groovy und Clojure gewinnen aber offensichtlich an Bedeutung. PHP fand dagegen praktisch keine Erwähnung auf der Konferenz.

Insgesamt war die Konferenz überaus interessant und auch sehr gut organisiert - meinen herzlichen Dank an Herrn Reuter und das Team von SIGS DATACOM. Mein Dank gilt auch den vielen netten Leuten, die ich auf der Konferenz kennen gelernt habe. Vielleicht sehen wir uns ja nächstes Jahr wieder...

Kommentare (1)

von Stephan Roth

am Freitag, 02. Juli 2010, 16:59

Hallo Marco,

ich habe leider Deinen Ruby-Vortrag nicht genossen, da ich mich für das Thema Lasttests von Christian Dähn entschieden hatte (Man hat ja immer die Qual der Wahl), kann aber den von Dir geschilderten Eindruck über die Konferenz 100%tig teilen. Die SEACON ist einfach toll, weil sie eben so ganz anders ist, familiärer, und weil das Networking nicht zu kurz kommt.

2011 habe ich auch schon geplant, vielleicht sieht man sich dann wieder!

Viele Grüße aus dem heißen (z.Zt. 34°!) Norden,
Stephan

P.S.: mein Blog zur SEACON: http://www.roth-soft.de/blog/36-software-engineering/91-konferenz-seacon-2010.html

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